Kennst du dieses Gefühl, wenn ein Kind immer wieder aneckt und du merkst, da steckt so viel mehr dahinter als nur die Autonomiephase 😔
Du willst helfen, wirklich helfen. Und gleichzeitig bist du manchmal ratlos, erschöpft oder sogar überfordert. Genau hier beginnt unsere gemeinsame Reise. Denn Verhaltensauffälligkeiten sind kein Problem, das gelöst werden muss. Sie sind ein Signal. Eine Einladung, genauer hinzusehen.
Was sind Verhaltensauffälligkeiten überhaupt?
Verhaltensauffälligkeiten zeigen sich ganz unterschiedlich. Manche Kinder sind laut, impulsiv oder aggressiv. Andere ziehen sich zurück, wirken still oder ängstlich. Vielleicht erkennst du diese Situationen aus deinem Alltag
- Ein Kind schlägt oder schubst andere Kinder
- Ein Kind schreit schnell oder reagiert extrem wütend
- Ein Kind verweigert sich komplett
- Ein Kind zieht sich zurück und spricht kaum
- Ein Kind kann sich kaum konzentrieren
All das sind keine Störungen im klassischen Sinne. Es sind Ausdrucksformen innerer Prozesse. Gefühle, die noch keinen anderen Weg gefunden haben. Und genau hier liegt deine Kraft als pädagogische Fachkraft ✨
Hinter jedem Verhalten steckt ein Bedürfnis
Kinder zeigen uns durch ihr Verhalten, was sie noch nicht sagen können.
Ein Kind, das schlägt, braucht vielleicht Sicherheit
Ein Kind, das schreit, braucht vielleicht gesehen werden
Ein Kind, das sich zurückzieht, braucht vielleicht Schutz
Wenn wir beginnen, Verhalten nicht zu bewerten, sondern zu verstehen, verändert sich alles. Nicht sofort. Aber Schritt für Schritt.
Ein Tag mit Paul und seinen großen Gefühlen
Lass uns gemeinsam in eine Situation eintauchen. Paul ist vier Jahre alt. Er fällt im Alltag immer wieder auf. Heute Morgen beginnt der Tag schon schwierig.
Ankommen in der Kita
Paul kommt rein und wirkt angespannt. Seine Jacke wirft er auf den Boden. Als ein anderes Kind ihn anspricht, stößt er es weg. Du spürst sofort, da ist heute etwas los.
👉 Dein erster Impuls entscheidet jetzt viel:
Statt zu sagen
Hör auf damit
könntest du sagen
Ich sehe, du bist gerade richtig wütend. Ich bin da.
Allein dieser Satz verändert die Situation.
Der Vormittag eskaliert
Beim Morgenkreis wird Paul unruhig. Er steht auf, ruft dazwischen, schubst ein Kind neben sich. Die Gruppe reagiert. Du spürst die Spannung. Jetzt ist der Moment für klare und liebevolle Führung
👉 Konkrete Umsetzung im Alltag
• Gehe auf Augenhöhe
• Sprich ruhig und klar
• Benenne das Verhalten ohne Bewertung
Zum Beispiel: Paul, ich sehe, dass dein Körper gerade ganz unruhig ist. Du brauchst Bewegung.
Dann gib ihm eine Alternative. Du kannst dich hier neben mich setzen oder kurz in die Bauecke gehen. Du gibst Halt und gleichzeitig Wahlmöglichkeiten.
Ein Wendepunkt
Später im Freispiel baut Paul einen Turm. Ein anderes Kind kommt dazu und aus dem Nichts stößt Paul alles um und schreit.
Jetzt ist der Schlüsselmoment 🔑
👉 Deine Haltung macht den Unterschied
Statt: Warum machst du das schon wieder
Versuche: Das war gerade zu viel für dich oder begleite ihn aktiv
• Geh mit ihm an einen ruhigen Ort
• Atme gemeinsam
• Sprich wenig, aber klar
Zum Beispiel: Komm, wir atmen zusammen. Ein und aus. Ich bleibe bei dir.
Praktische Übungen für den Kita Alltag
Damit solche Situationen langfristig leichter werden, braucht es kleine Rituale und Übungen.
1) Gefühle sichtbar machen
Kinder brauchen Bilder für ihre Gefühle.
👉 Umsetzung
• Nutze Gefühlskarten oder Emojis 😊😡😢
• Lass Kinder zeigen, wie sie sich fühlen
• Baue tägliche Gefühlsrunden ein
2) Bewegungsinseln schaffen
Viele Verhaltensauffälligkeiten entstehen durch innere Unruhe.
👉 Umsetzung
• Baue kleine Bewegungsangebote in den Alltag ein
• Nutze kurze Bewegungspausen
• Schaffe einen festen Ort für Bewegung
3) Ruheinseln etablieren
Ein sicherer Rückzugsort ist Gold wert.
👉 Umsetzung
• Kissen, Decke, ruhige Musik
• Ein fester Platz im Raum
• Klare Regel, jeder darf hier zur Ruhe kommen
4) Co Regulation statt Kontrolle
Kinder lernen Selbstregulation durch dich.
👉 Umsetzung
• Atme bewusst mit dem Kind
• Bleibe ruhig auch wenn es schwer fällt
• Sei emotional verfügbar
Du bist der Anker ⚓
Was Kinder wirklich brauchen
Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten brauchen keine strengeren Regeln.Sie brauchen:
• Verbindung
• Sicherheit
• Verständnis
• klare und liebevolle Grenzen
Und vor allem brauchen sie dich Echt. Zugewandt. Stabil.
Dein Einfluss ist größer als du denkst
Vielleicht hast du manchmal das Gefühl, nicht genug zu tun. Doch genau deine kleinen Reaktionen im Alltag verändern langfristig alles:
Ein Satz
Ein Blick
Ein ruhiges Dasein
Das ist Beziehung. Und Beziehung ist der Schlüssel 💛
Du musst das nicht alleine schaffen
Wenn du merkst, dass dich das Thema beschäftigt und du tiefer eintauchen möchtest, dann ist jetzt der richtige Moment. In unserer Fortbildung bei der EDULEO Akademie lernst du Schritt für Schritt:
• Verhaltensauffälligkeiten wirklich zu verstehen
• sicher und klar zu reagieren
• Kinder nachhaltig zu begleiten
👉 Schau dir hier die 3-Monats-Fortbildung an und werde zur echten ExpertIn für Verhaltensauffälligkeiten in der Kita.
Du wirst nicht nur dein Wissen erweitern
Du wirst Haltung entwickeln
Und genau das spüren die Kinder jeden Tag
✨ Du kannst einen Unterschied machen. Für jedes einzelne Kind. Und für die Zukunft unserer Gesellschaft.

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